Die VirusMusik & radio x Gemeinschaftsbühne auf dem Museumsuferfest 2016

Die VirusMusik & radio x Gemeinschaftsbühne auf dem Museumsuferfest 2016

(Bild oben : El Maachi Musique de Grand Magrehb)

Ein Résumé mit Bildergalerie:

Heiße Tage und Nächte am Main

Pünktlich zum Museumsuferfest zeigte der Wettergott Petrus sein freundliches Gesicht. Endlich wurde aus einem reichlich verregneten Sommer noch ein Sommerhoch, das heiße und trockene Luft nach Frankfurt brachte.

50 Grad Celsius im Backstagezelt

Am Samstagnachmittag kletterte die Quecksilbersäule auf 39 Grad im Schatten. Ein Hitzerekord, der allen beteiligten Akteuren physisch und psychisch alles abverlangte. Das war mit Abstand das heißeste MUF seit Beginn vor 29 Jahren.

150 MusikerInnen und ebenso viele fleißige ehrenamtliche HelferInnen sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Nur selten findet man so ein starkes Team, in dem jeder für jeden da ist. Ein unvergessenes Erlebnis, das zeigt, welche Kraft hinter freiwilliger Leistung stehen kann. Natürlich wurden die gravierenden Positionen wie Ton-, Licht- und Bühnentechnik durch professionelle Firmen besetzt. Ein großes Dankeschön an unseren Tontechniker, Jörg See (Performance Studios), der Stage Crew mit Lucas Schobert (Merch & Events), Morton Stürzer, Jana und dem Drum-Techniker Robbie.

Wie in 2015 wurde das gesamte Festival von den emsigen KollegenInnen vom Medienprojekt Offener Kanal in Offenbach per livestream in die Weiten des Internet geschickt. radio x, das unabhängige und werbefreie Stadtradio in Frankfurt sendete zudem in feinster Stereoqualität das Bühnenprogramm, das in den kurzen Umbaupausen um Interviews und Features durch die tapfere und lärmresistente MUF-Radio-Redaktion ergänzt wurde.

Apropos Lärm.

Die VirusMusik & radio x – Bühne liegt schon immer „dribbdebach“ im südwestlichen Bereich des MUF unter dem Holbeinsteg. Und zum großen Glück aller Musikbegeisterten, bleibt unsere Venue von der großen Lärmvermüllung durch die vielen Live-Bühnen und Soundsysteme weitestgehend verschont. Entgegen der sonst üblichen harten Lautstärke Auflagen für Veranstalter von Opern-Air-Bühnen, herrscht beim MUF praktisch „Narrenfreiheit“. Die drei Tage und die Nächte sind die lautesten des Jahres. Da immer mehr Bühnen und Aussteller das Fest bestücken, die Räume zwischen den Bühnen sich weiter verkleinern, bleibt der Hörgenuss leider auf der Strecke. An manchen Bühnen herrscht ein Klangbild, das sich aus fünf gleichzeitigen Schallquellen speist.

Unser Bühnenprogramm mit insgesamt 35 Acts in 3 Tagen wurde von Sepp´l Niemeyer, dem Kopf von VirusMusik, zusammen getragen. Mehr als 100 Bands reichten ihre Bewerbungen ein. Allen beteiligten Künstlerinnen verzichteten auf die Gagen und nutzten die Gelegenheit der multimedialen Promotion für ihr Kunstprojekt.

Zu den Highlights unseres Bühnenprogramms zählte zweifelsohne der Auftritt des super jungen Jazz-Trios Palm Grease aus dem Germaniabunker in Frankfurt-Bornheim. Groove, Jazzrock meets Old School Hip Hop. Von Herbie Hancock über James Brown zu Jimi Hendrix bis hin zu Madlib und J Dilla. An Leo Asal (Drums), Philipp Kaul (Bass), Johny Biner (Guitar), allesamt noch nicht einmal volljährig, wird die Musikwelt noch viel Freude haben.

Palm Grease (So (8)

(Bild oben: Die Youngster von Palm Grease sind alte Hasen)

Und natürlich müssen wir die Lokalmatadoren, die Weltmusik-Kapelle El Maachi Musique de Grand Magrehb lobpreisen, denn sie verwandelten den Dancefloor blitzschnell in eine orientalische Diskothek mit groovenden, lachenden und glücklichen Menschen. Offensichtlich wird öffentliche Musik in Arabien lebensbejahender und temperamentvoller empfangen als die Rockmusik der westlichen Welt, in der jeder nur alleine tanzt und head bangt. El Maachi – diesmal ohne Schlagzeuger angetreten, gelingt es immer wieder unsere Herzen zu erwärmen, Hüften und Beine in den Groove der Musik zu transformieren.

Richtig frischen und innovativen BritRock präsentierte die Frankfurter Band Empire Hurricane. Für das junge Quartett hagelte es Riesenapplaus und manch Kristallkugel-GuckerIn prophezeite der Band noch eine große Karriere. Hoffen wir nur das Beste für unsere talentierten Nachwuchsmusiker, denn mit Einzug der Digitalisierung, den damit einhergehenden Kopiermöglichkeiten bleiben die Einkünfte meist auf bescheidenen Niveau. Heute verdienen die Internetplattformen wie z.B. YouTube (Google-Tochter), Facebook (Zuckerberg) u.a. durch die 24/7 Bereitstellung von Musik und Videos weitaus mehr, als die KünstlerInnen, ohne die die Welt viel ärmer aussehen würde. Sollte sich am bestehenden (Verwerte-)System nichts ändern, ist die Zukunft der Musik ungewiss. Dem Nachwuchs wird die Puste bzw. das Geld ausgehen, noch bevor überhaupt ein Marktdurchbruch erzielt werden konnte.

Wir von VirusMusik sind seit 25 Jahren für die Live Musik in der Nachwuchsförderung aktiv und können ein Lied davon singen, welch finanzieller (Leistungs-) Druck von Bands zu bewältigen ist. Man kann keinen Hit auf Befehl komponieren. Um gute Musik zu erzeugen hilft nur proben, proben und nochmals proben, um dann live so zu überzeugen, dass der Auftritt zum unvergesslichen Moment wird.

Aus Tradition schließt das MUF mit einem kostspieligen und umweltschädlichen 15minütigen Abschlussfeuerwerk, dass nach wie vor Millionen von Schaulustigen anlockt. Diesmal wurde das Spektakel mit 35 Jahre alten Studioaufnahmen der Bands Rodgau Monotones, ZZ Top (Sharp dressed man) und Europe (Final countdown) abgefackelt. Fast so als hätte ein schlechtgelaunter DJ die Zeit angehalten. Musik und Feuerwerk standen auch nicht im Einklang miteinander und so wurde aus einem vermeintlichen Höhepunkt lediglich eine kostspielige Böllerei, die man noch am Goetheturm hören konnte.

Allen die an der Realisierung der Gemeinschaftsbühne von Virusmusik & radio x mitgewirkt haben und noch nicht erwähnt wurden gilt unser großer Dank ! Nur durch die ungeheure Teamleistung konnten wir den Event zu einem unvergesslichen Erlebnis ausbauen.

Wir freuen uns schon aufs MUF 2017 !

Bernd Friedrich

Stellvertretende Produktionsleitung

VirusMusik

Bildergalerie: Teil 1 – Der Aufbau (mehr Bilder in Kürze.

Aufbau (1) Aufbau (3) Aufbau (4) Aufbau (7) Aufbau (10)

Aufbau (16)

Und so sah unsere Bühne vor ca. 10 Jahren aus ...

Und so sah unsere Bühne vor ca. 10 Jahren aus …

MUF 2016 - VirusMusik, ihr seid heiß v. Lady Moustache

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